CHEMISCHES LABOR DR. VOGT

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FAQ

Legionellen

"Legionellen sind Bakterien, die sich besonders in erwärmtem Wasser zwischen 20 und 45 °C vermehren können. Begünstigt wird das Wachstum der Legionellen durch mangelhaften Wasseraustausch wie zum Beispiel Stagnation des Wassers in Leitungen, die nur selten benutzt werden. Legionellen finden sich auch in Belagen an den Wänden von Wasserleitungen oder anderen Oberflächen in Kontakt mit dem Wasser, sogenannten "Biofilmen". Wenn Menschen feinstverteilte Tröpfchen, sogenannte Aerosole, einatmen, die Legionellen enthalten, kann dies das sogenannte "Pontiac-Fieber" auslösen. Dieses verläuft ähnlich wie eine Grippe. In manchen Fällen kann es zur sogenannten Legionärskrankheit kommen, einer schweren Lungenentzündung, die ohne Behandlung tödlich sein kann.

In großen und weit verzweigten Wasserverteilungsanlagen ist das Risiko einer Legionellenbesiedlung höher als in Einfamilienhäusern, da sich dort vermehrt wenig durchströmte Nischen finden, in denen sich Legionellen festsetzen und vermehren können. Daher treten Probleme mit Legionellen insbesondere in großen Gebäuden wie Krankenhäusern, Hotels, Schwimmbädern, Mehrfamilienhäusern, Industrieanlagen oder Verwaltungsgebäuden auf.

Legionellen können sich auch im Beckenwasser von Schwimmbädern finden, insbesondere wenn das Badebeckenwasser wärmer als 23 °C ist und Einbauten in den Becken die Bildung von Aerosolen begünstigen. Diese möglicherweise legionellenhaltigen Aerosolen können besonders leicht zu Infektionen führen. Hinzuweisen ist auch auf eine besondere Gefährdung durch Legionellen in Whirlpools, da hier neben dem besonders warmen Beckenwasser zusätzlich die Durchströmung mit Luft und dadurch Aerosolbildung hinzukommt."

Quelle: Umweltbundesamt

Phthalate-Woche:

"Was sind Weichmacher bzw. Phthalate?"

Weichmacher werden Kunststoffen zugesetzt, um diese geschmeidig und flexibel zu halten. Ohne Weichmacher sind Kunststoffe oft brüchig und hart. Dieser Effekt ist auch zu beobachten, wenn Kunststoffe altern und die Weichmacher ausgegast bzw. ausgewaschen sind.
Für PVC (Polyvinylchlorid) sind die klassischen Weichmacher die Phthalate (DEHP, DINP, DOP, BBzP...).

"Wie viel Weichmacher ist in Kunststoffen enthalten?"

Das kann unterschiedlich sein. Hart-PVC kann frei von Phthalaten sein, in Weich-PVC können die Phthalat-Gehalte über 40% liegen!
"Sind auch in Getränke-Plastikflaschen Weichmacher?"
Getränkeflaschen aus Kunststoff bestehen i.d.R. aus PET. Dort ist zwar Phthalat enthalten, aber chemisch gebunden, so dass der Weichmacher normalerweise nicht ins Getränk übergehen dürfte.

"Sind Weichmacher in Lebensmittelverpackungen enthalten?"

Das ist möglich, aber in den letzten Jahren wurde von Seiten der Industrie mehr und mehr auf weichgemachtes PVC in der Lebensmittelverpackung verzichtet.

"Ich habe gehört, Frischhaltefolien enthalten große Mengen Weichmacher/Phthalate. Stimmt das?"

Teilweise. Früher enthielten die Frischhaltefolien aus PVC (sog. cling-film) Phthalate. Heute werden die Frischhaltefolien (zumindest in Europa) größtenteils mit DEHA (einem Adipat) weich, flexibel und haftend gemacht.

"Woher kommt der Name Phthalate?"

Phthalat kommt von "Naphtha", einer öligen Rohsubstanz, die früher zur Synthese der Phthalat-Weichmacher diente.

"Sind Weichmacher gefährlich?"

Dies ist sehr umstritten. Im Tierversuch erwiesen sich Phthalate, v.a. das DEHP als krebserregend, entwicklungstoxisch und reproduktionstoxisch. Wirkungen wurden v.a. bei den männlichen Nachkommen beobachtet und äußerten sich u.a. in verminderter Fruchtbarkeit und Missbildungen der Genitalien.
Ob, und bei welchen Dosen beim Menschen Effekte auftreten, ist noch nicht geklärt. Neueste Studien an unfruchtbaren Männern deuten darauf hin, dass dies durch erhöhte Phthalat-Belastungen verursacht sein könnte.

"Wie nehmen wir Phthalate auf?"

Wir vermuten, über die Nahrung. Möglich sind auch Kosmetika. Phthalate sind aber überall. Kinder können auch besonders hohe Mengen aufnehmen, wenn sie an PVC-Gegenständen saugen oder nuckeln. DBP, ein Phthalat das auch in Kosmetika enthalten ist, ist auch in magensaft resistenten Pillen/Tabletten enthalten.

"Was enthält alles Phthalate/Weichmacher?"

PVC (z.B. Bodenbeläge, Rohre und Kabel, Teppichböden, Wandbeläge, Tapeten, Schuhsohlen, Vinyl-Handschuhe, KFZ-Bauteile), Dispersionen, Lacke/Farben, Emulgatoren, (Lebensmittel)-Verpackungen; Dichtmassen, Kunstleder, Lebensmitteltransportbänder
Zellulose-Kunststoffe, Nagellacke, Klebstoffe (v.a. Polyvinyl-Acetate), Schaumverhüter und Benetzungsmittel in der Textilindustrie, Körperpflegemittel, Parfums, Deodorants, Pharmazeutische Produkte (time-release Medikamente)
Blutbeutel, Schläuche, Katheder, Beutel für Nährlösungen, Medikamentenverpackungen u.a.

"Warum verzichtet man nicht einfach auf Phthalate, wenn Sie doch so umstritten sind?"

Weltweit werden ca. 5 Millionen Tonnen Phthalate jährlich hergestellt. Soviel zur wirtschaftlichen Bedeutung. Als Weichmacher für PVC sind Phthalate nahezu unverzichtbar. Durch die Weichmacher erhält PVC erst die Produkteigenschaften, die von PVC verlangt werden. PVC Ersatzprodukte sind viel teurer wie z.B. Fußbodenbeläge aus Linoleum oder Kork.

Warum dauern manche Analysen länger als andere?

Um bei einer Analyse zu einem richtigen und verläßlichen Ergebnis zu gelangen ist es unbedingt notwendig, die Vorschriften der entsprechenden Analysenverfahren (DIN, VDI, ...) einzuhalten. Einige Analysenverfahren haben in der Vorbereitung / Präparationsphase eine vorgeschriebene Standzeit. Die Nichteinhaltung dieser Standzeit kann das Ergebnis ungünstig beeinflussen.
Einige Analysen verlangen die Herstellung eines Eluates. Die Herstellung eines Eluates kann bis zu 3 Tagen (z.B. Trogeluate) in Anspruch nehmen.
Eine Verkürzung der Elutionszeiten kann falsche und nicht reproduzierbare Analysenwerte zur Folge haben.
Die Einhaltung der Analysenvorschriften und Zeiten ist deshalb in Sinn unserer Kunden und stellt einen selbstverständlichen Teil unserer Qualitätsansprüche dar.

Warum ein akkreditiertes Prüflabor? Was bringt dem Kunden die Akkreditierung?

Die Akkreditierung nach DIN-EN ISO-IEC 17025 ist ein Qualitätsmerkmal. Das Prüflabor wird regelmäßig durch Begehungen kontrolliert und nimmt an Ringversuchen teil, die dessen Qualität sicherstellen. Das Qualitätsmanagement des Prüflaboratoriums entspricht damit den Vorgaben der DIN EN ISO 9002:1994. Analysenergebnisse von Prüflaboratorien, die nach DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert wurden, sind werden weltweit anerkannt (Liste unter www.european-accreditation.org oder www.ilac.org). Unsere Akkreditierung gibt dem Kunden Sicherheit!

Warum kosten Einzelanalysen und Eilanalysen mehr?

Eilanalysen sind meist Einzelanalysen. Eine Einzelanalyse verursacht laborseits einen verhältnismäßig hohen Arbeits- und Materialaufwand. Zu jeder Probenserie werden Blindproben (um die Reinheit der Chemikalien und Sauberkeit der Apparaturen zu überprüfen) und Eichproben (zur Kalibrierung der Meßgeräte) angesetzt, die praktisch wie Proben gemessen werden müssen. So kann es bei Einzelproben passieren, daß für die Bestimmung des Messwertes einer Probe ein vielfaches an Kontrollproben (Blindwerte, Eichproben) verarbeitet werden muß.

Wer erfährt meine Analysenergebnisse?

Alle Analysenergebnisse sind streng vertraulich! Analysenergebnisse werden nur an vom Kunden autorisierte Personen gegeben, die namentlich benannt werden können/müssen. Unsere Schweigepflicht bezieht sich auch auf unseren Kundenstamm. Niemand erfährt für wen wir unsere Dienstleistungen ausführen. Alle uns bekanntgegebenen Daten sind vertraulich und unterliegen der Schweigepflicht.
Eine Ausnahme stellen lediglich die öffentlichen Überwachungen im Auftrag von Ämtern (z.B. Einleiterüberwachung der Gewerbeaufsichtsämter) dar, in diesen Fällen erhalten die zuständigen Ämter einen Prüfbericht.

Wie lange werden meine Daten aufbewahrt?

Wir sind verpflichtet alle ergebnisrelevanten Daten und Dokumente 10 Jahre aufzubewahren.
Für unsere langjährigen Stammkunden werden die Daten im Archiv sogar noch länger aufbewahrt. Da eine langjährige Dokumentation von Meßwerten oft bei der Qualitätskontrolle und Plausibilitätsprüfung nützlich ist. Die Daten sind vertraulich und nur den jeweiligen Sachbearbeitern zugänglich. Sollten Akten oder Datenträger zur Entsorgung kommen, geschieht das über qualifizierte Fachunternehmen. Analysenprotokolle sind aber seit dem Bestehen des Chemischen Labors Dr. Vogt im Archiv aufbewahrt. Auf Wunsch können nötigenfalls Kundenarchive wiederhergestellt werden.

Wie lange werden meine Proben gelagert?

Die Lagerung der Proben erfolgt bis zum Zahlungseingang der jeweiligen Rechnung. Die Vernichtung der Proben erfolgt qualifiziert, Rückschlüsse auf den Kunden sind unmöglich. Ausnahmen bilden Proben für Gerichtsverfahren und Versicherungen (nach Absprache)
Gegen eine geringe Gebühr können auch Proben länger gelagert werden.
Fragen Sie unser Probenmanagement nach den augenblicklichen Lagergebühren!

Warum gibt es unterschiedliche Flaschen, in welcher Flasche könnte ich meine Proben einliefern?

Unterschiedliche Flaschen haben unterschiedliche Materialien und Farben. Manche Stoffe zerfallen unter Lichteinwirkung, andere Bilden sich. Schwermetallbestimmungen erfolgen aus Lösungen die sofort bei der Probennahme stabilisiert werden müssen. Manche Flaschen werden vor der Probennahme konditioniert bzw. sterilisiert. Die Wahl der geeigneten Flasche hat Einfluss auf das Prüfergebnis. Im Zweifelsfall fragen Sie unser Probenmanagement, hier werden sie qualifiziert beraten.

Kann ich meine Proben selbst nehmen?

Die häufigsten Fehler, die auftreten können, sind Fehler bei der Probennahme. Das Chemische Labor Dr. Vogt hat eigens für die Probennahme ausgebildete und qualifizierte Fachkräfte eingesetzt. Unsere Probennehmer sind für ihre Aufgabe geschult und ausgebildet. Probennahme ist meistens Sache eines erfahrenen Fachmanns. Aus diesen gründen wird auch auf unseren Prüfprotokollen der Probennehmer vermerkt. Für vom Kunden eingelieferte Proben garantieren wird daher auch erst ab dem Probeneingang bei unserer Annahmestelle für die unsere Qualität.

Was steckt hinter dem Begriff LAGA?

Die Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) ist eine Bund/Länder AG mit den Zielen unter anderem eine Festlegung von einheitliche Untersuchungsmethoden sowie Festlegung von den zu untersuchenden Parametern oder z. B. Güteanforderungen der einzelnen Materialien festzulegen.

Warum vor dem Abbruch eine Gebäudesubstanz-Erkundung?

Kontamination von Bauschutt durch Teerkleber in Parkett oder Asbest bzw. künstliche Mineralfasern kann für Abbruchmitarbeiter zu Gesundheitlichen Schädigungen führen und bei Entsorgung des Bauschuttes zu erheblichen Mehrkosten führen.

Warum systematischer bzw. selektiver Rückbau von Abbruchgebäuden?

Die Vermischung von Abfällen ist im Hinblick auf die spätere Entsorgung ungünstig da bei Mischabfällen (Bauschutt, Holz, Bewehrungseisen usw.) höhere Entsorgungskosten entstehen.

Was sind Zuordnungswerte nach LAGA (Z0 bis >Z2)?

Z0 bis >Z2 stellen quantitative Größenordnungen von festgelegten Schadstoffen dar. Z. B. der Zuordnungswert Z0 darf eine bestimmte quantitative Größenordnung nicht überschreiten um als "frei verwertbarer" Abfall recycelt (z. B. Wiedereinbau von Boden) zu werden.

QUALITÄT
– damit Sie nicht im Trüben fischen –